Coronavirus: die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Angst vor der dem Sars-CoV-2-Erreger ist groß. Doch wie gefährlich ist die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 tatsächlich – und für wen?

 

Wir erklären Ihnen, warum es Grund zur Vorsicht, aber keinen Grund zur Panik gibt. Alle wichtigen Fragen zum Coronavirus haben wir im Folgenden für Sie beantwortet.

 

Wie gefährlich ist das Coronavirus und welche Risikogruppen gibt es?

Aus den in China erfassten Fällen geht hervor, dass vier von fünf Corona-Erkrankungen – also 80 Prozent – mild bis moderat verlaufen. Als „mild“ werden Verläufe bezeichnet, in denen gar keine Symptome einer Pneumonie auftreten. „Moderat“ bedeutet eine leichte Pneumonie, die keine Atemnot bzw. Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut) verursacht.

In 14 Prozent der Fälle verläuft die Erkrankung schwer, aber nicht lebensbedrohlich. Bei sechs Prozent kommt es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Atemstillstand, Blutvergiftung und Multiorganversagen.

Ab dem Alter von etwa 50 Jahren steigt das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Am höchsten ist es bei älteren Menschen über 80 Jahre; unter ihnen beträgt die in China errechnete Todesrate knapp 15 Prozent. Eine wichtige Rolle spielt hier, dass ältere Menschen häufiger an Grunderkrankungen leiden.

Zu den Risikogruppen zählen aber auch junge Personen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche. Zu den Vorerkrankungen, die eine Infektion mit Sars-CoV-2 besonders gefährlich machen, gehören unter anderem:

  • Chronische Erkrankungen der Lunge, beispielsweise COPD
  • Diabetes Mellitus
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise Bluthochdruck
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Multiple Sklerose
  • Krebserkrankungen

In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Erkrankten sterben in China etwa 0,2 Prozent – das sind 2 von 1.000 Menschen.

Laut chinesischen Behörden kommt es insgesamt bei ungefähr 2 Prozent der registrierten Fälle zu einem tödlichen Krankheitsverlauf. Viele Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Todesrate niedriger ist. Der Grund dafür ist, dass viele Erkrankte wegen milder oder gänzlich fehlender Symptome nicht zum Arzt gehen und somit nicht statistisch erfasst werden.

Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die statistischen Zahlen von Land zu Land unterscheiden. Dies hängt unter anderem mit der Altersstruktur der jeweiligen Bevölkerung, mit den Ausstattungen der Krankenhäuser sowie mit der Häufigkeit der Corona-Tests zusammen. So gibt es außerhalb von China Statistiken, wonach der Anteil milder Krankheitsverläufe bei mehr als 80 Prozent liegt.

Aber auch die Erkrankten aus diesen Risikogruppen dürfen nicht den Mut verlieren: Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein chinesischer Bischof im Alter von 98 Jahren die Krankheit besiegte.

Ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Schwangeren und Kindern höher?

Schwangere Frauen scheinen nicht zu den Risikogruppen zu zählen. Laut Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Frankfurt und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, verläuft eine Coronaerkrankung bei der großen Mehrheit werdender Mütter leicht bis mittelschwer. Es gibt zudem keine Hinweise, dass sich der Sars-CoV-2-Erreger auf das Kind im Mutterleib übertragen kann. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass das Virus zu Fehlbildungen führt.

 

Bisherige Beobachtungen deuten darauf hin, dass Kinder ebenfalls nicht zu den Risikogruppen gehören. Im Gegenteil: Bei ihnen scheinen die Verläufe im Allgemeinen milder zu sein als bei Erwachsenen. Kleinere Studien aus China legen nahe, dass die Symptome bei Kindern in der Regel sehr gering bis gar nicht ausgeprägt sind. Schwere Komplikationen, die zum Tod führen können, kommen jedoch auch vor – insbesondere bei jüngeren Kindern.

Welche Symptome treten beim Coronavirus auf?

Viele Patienten berichten von einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, der zwei bis drei Tage anhält – und das auch ohne eine verstopfte Nase zu haben. Daneben sind folgende Symptome typisch für Covid-19:

  • Trockener Husten
  • Fieber & Frösteln
  • Abgeschlagenheit
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Halskratzen
  • Übelkeit
  • Verstopfte Nase / Atemwege
  • Durchfall
  • Atemnot

Meist treten nicht alle genannten Symptome auf – manche Krankheitsverläufe bleiben sogar symptomfrei. In milden Fällen kann die Corona-Infektion wie eine einfache Erkältung mit Frösteln erscheinen.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung nach der Ansteckung ausbricht?

Laut der chinesischen Gesundheitsbehörde beträgt die Inkubationszeit im Schnitt fünf bis sieben Tage. Maximal sind 14 Tage möglich.

Wie verhalte ich mich, wenn ich den Verdacht habe, dass ich mich angesteckt habe?

Falls Sie aufgrund von Krankheitssymptomen den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, sollten Sie nicht direkt zu Ihrem Hausarzt gehen, sondern sich vorher telefonisch bei Ihm ankündigen. Die Praxis wird sich auf Ihren Besuch vorbereiten und einen Extra-Bereich für Sie schaffen, sodass Sie sich nicht im vollen Wartezimmer setzen. Sie werden auf das Coronavirus getestet. Ihre Krankenkasse kommt für die Kosten des Tests auf. 

Wie kann ich mich bzw. andere vor einer Ansteckung schützen?

Das Coronavirus breitet sich durch Tröpfcheninfektion aus, die Ansteckung erfolgt also vornehmlich durch Sprechen oder Husten. Es ist infektiöser als andere Erreger, da es sich auch im Rachenbereich vermehrt. Der Ansteckungsweg ist damit kürzer als im Falle von Erregern, die in den unteren Atemwegen sitzen und aus der Lunge herausgelangen und in die Lunge eines anderen Menschen kommen müssen. Für den Schutz vor dem Coronavirus ist also besondere Achtsamkeit nötig. Ansonsten gelten die gleichen Maßnahmen wie auch bei Influenza und anderen Atemweginfektionen:

Husten- und Niesetikette

  • Halten Sie beim Niesen oder Husten einen Abstand von einem bis zwei Metern zu anderen Menschen und drehen Sie sich weg von ihnen.
  • Niesen oder husten Sie in ein Einwegtaschentuch. Vermeiden Sie es, die bloße Hand vor den Mund zu halten, denn später werden Sie mit ihr Gegenstände – Türklinken, Kaffeemaschine, PC-Tastatur etc. – berühren, mit denen auch andere in Kontakt kommen.
  • Haben Sie beim Niesen oder Husten gerade kein Taschentuch zur Hand, halten Sie Ihre Armbeuge vor Mund und Nase.
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Händehygiene

Waschen Sie sich regelmäßig die Hände (mindestens 30 Sekunden und mit Seife).

Körperkontakt vermeiden

Vermeiden Sie es, anderen Menschen die Hand zu schütteln – lächeln Sie den anderen stattdessen zur Begrüßung an. Im Idealfall halten Sie dabei einen Abstand von einem bis zwei Metern zu Ihrem Gegenüber. Je weniger Körperkontakt bzw. Körpernähe, desto geringer die Ansteckungsgefahr.

Desinfektionsmittel

Wenn Sie in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz sind, raten wir Ihnen an, sich hin und wieder die Hände zu desinfizieren. In Räumen, in denen sich Erkrankte aufhalten, sollten die Oberflächen von Möbeln und Gegenständen regelmäßig desinfiziert werden. Anzuwenden sind Mittel aus dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“. 

Wie verhalte ich mich, wenn ich Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

Falls Sie persönlichen Kontakt mit einer infizierten Person hatten, sollten Sie sich unabhängig von Symptomen mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Das Gesundheitsamt wird eine Befragung mit Ihnen durchführen, um das Risiko einer Ansteckung einzuschätzen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Hier gilt: Wer länger als 15 Minuten mit der infizierten Person gesprochen hat, kommt in der Regel für 14 Tage (die maximale Inkubationsdauer) in Quarantäne.

 

Wie verhalte ich mich bei Symptomen, die auf Corona hindeuten könnten?

Falls Sie aufgrund von Krankheitssymptomen den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, sollten Sie nicht direkt zu Ihrem Hausarzt gehen, sondern sich vorher telefonisch bei Ihm ankündigen. Die Praxis wird sich auf Ihren Besuch vorbereiten und einen Extra-Bereich für Sie schaffen, sodass Sie sich nicht im vollen Wartezimmer setzen. Sie werden auf das Coronavirus getestet. Ihre Krankenkasse kommt für die Kosten des Tests auf. 

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