Überblick Hausnotruf-Systeme

Das Wichtigste in Kürze

Hausnotrufsysteme bestehen aus einem Funkgerät mit Notrufknopf und einer mit dem Telefonanschluss verbundenen Basisstation. Ein Knopfdruck genügt, um den Kontakt zu einer Notrufzentrale herzustellen.

  • Manche Notruflösungen verzichten auf eine Notrufzentrale: Auf Knopfdruck werden zehn vorher gespeicherte Zielnotrufnummern nacheinander gewählt, bis sich eine Bezugsperson oder der Rettungsdienst meldet.
  • Manche Dienste bieten Extras gegen Aufpreis, zum Beispiel regelmäßige Kontrollanrufe, Sturzmelder oder Erinnerung an Medikamenteneinnahme.
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  • Da es sich um ein technisches Hilfsmittel handelt, wird die Nutzung von der Pflegekasse bezuschusst. Der Zuschuss deckt den Basistarif vieler Anbieter.
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Hausnotrufsysteme sind denkbar einfach zu bedienende Meldesysteme, mit denen ältere und pflegebedürftige Menschen im Notfall Hilfe anfordern können. Diese Systeme empfehlen sich insbesondere dann, wenn die Betroffenen allein leben. Sie geben ihnen und ihren Angehörigen Sicherheit: Wenn Oma stürzt und Hilfe braucht, muss sie nur einen Knopf drücken, und schon ist Hilfe unterwegs. 

So funktionieren Hausnotrufsysteme

Die Nutzer tragen ein kleines Funkgerät mit Notrufknopf am Handgelenk, um den Hals oder als Clip am Hosenbund. Wenn sie den Knopf drücken, sendet das Gerät ein Signal an eine Basisstation, die mit dem Stromnetz und dem Telefonanschluss verbunden ist. Sofort wird eine Verbindung zu einer Notrufzentrale hergestellt, die rund um die Uhr besetzt ist.

 

Die Basisstation ist mit einer Freisprechanlage ausgestattet, über die Sie mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Zentrale in Kontakt treten. Die Reichweite des Funkgeräts beträgt in der Regel 50 Meter oder mehr, sodass Sie im Bedarfsfall auch vom Garten aus problemlos auf sich aufmerksam machen können.

 

Die geschulten Mitarbeiter der Notrufzentrale verfügen über verschiedene Kundendaten, die für eine Notfallsituation relevant sind. Dazu zählen:

  • Name & Adresse
  • Gesundheitszustand und Einnahme wichtiger Medikamentee
  • Kontaktdaten von Angehörigen, Freunden und sonstigen Bezugspersonen

Je nach Hilfebedarf verständigt die Zentrale den Rettungsdienst, eine Bezugsperson oder auch die Polizei. Falls der oder die Hilfesuchende nicht in der Lage ist, mit den Mitarbeitern zu sprechen – etwa nach einem Schlaganfall –, wird ebenfalls umgehend Hilfe zum Betroffenen geschickt.

Auswahl Hausnotruf-Anbieter

Hausnotrufsysteme ohne Notrufzentrale

Hausnotruflösungen ohne Zentrale verbinden Menschen im Notfall direkt mit einem Angehörigen, einem Freund oder dem Rettungsdienst. Sie speichern zehn Zielnotrufnummern im System, das diese auf Knopfdruck nacheinander wählt, bis sich jemand meldet.

Falls Sie nicht mehr in der Lage sind, zu sprechen, werden dem oder der Angerufenen Ihr Name und Ihre Adresse automatisch genannt.

Akkubetrieb und Mobilfunkverbindung bei Störungen

Die Basisstationen verfügen über einen Akku, der zur Überbrückung eines Stromausfalls dient. Für den Fall, dass eine Störung Ihrer Festnetzverbindung auftritt, statten manche Anbieter ihre Geräte mit SIM-Karten aus, sodass Sie auch über das Mobilfunknetz Hilfebedarf signalisieren können. Diese SIM-Karten-Option kostet meist extra.

Zusätzliche Serviceleistungen

Viele Anbieter von Hausnotrufsystemen bieten verschiedene Zusatzleistungen an. Dazu gehören:

Sie hinterlegen Ihren Haus- bzw. Wohnungstürschlüssel beim Anbieter. Alternativ wird ein Schlüsselsafe an Ihrem Haus eingerichtet, zu dem der Anbieter Zugang hat. So wird sichergestellt, dass im Notfall Retter und Helfer schnell Ihre Wohnung bzw. Ihr Haus betreten und zu Ihnen gelangen können.

In manchen Notfallsituationen ist es der hilfebedürftigen Person nicht einmal möglich, den Knopf des Notrufgeräts zu drücken – etwa nach einem Sturz, der sofort zur Bewusstlosigkeit führt. Daher umfasst das Angebot vieler Anbietern die sogenannte „Mir geht es gut“-Taste, die Sie täglich innerhalb eines vereinbarten Zeitraums betätigen. Bleibt dieses Signal aus, erfolgt ein Kontrollanruf von der Zentrale.

Es handelt sich dabei um kleine Geräte, die Sie etwa in der Hosentasche oder am Gürtel tragen. Sie registrieren Stürze und alarmieren sofort die Notrufzentrale. Diese meldet sich daraufhin bei Ihnen und verständigt gegebenenfalls den Rettungsdienst.

Bei manchen Anbietern besteht auch die Möglichkeit, Extras wie einen Weckdienst sowie eine regelmäßige Erinnerung an die einzunehmenden Medikamente dazu zu buchen.

Sind Hausnotrufsysteme auch für Menschen mit Demenz geeignet?

Für Menschen, die an Demenz leiden, sind Hausnotrufsysteme eher nicht geeignet.

 

Demente Personen können oft nicht richtig einschätzen, ob es nötig ist oder nicht, den Hausnotruf zu nutzen.

 

Häufige Fehlalarme oder – noch schlimmer – eine Nichtnutzung des Notrufsystems im Notfall können die Folge sein.  

Kosten und Pflegekassen-Zuschuss

Sie bezahlen eine einmalige Anschlussgebühr, die in den meisten Fällen zwischen 10 und 50 Euro beträgt. Anschließend entrichten Sie monatlich eine Gebühr von 20 bis 30 Euro für das Basispaket an Leistungen. Dieses kostet bei den meisten Diensten inzwischen 23 Euro oder weniger – genau der Betrag, mit dem die Pflegekasse die Nutzung eines Hausnotrufsystems bezuschusst.

 

Damit Sie den Zuschuss erhalten, müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt werden. Neben einem Pflegegrad müssen Sie nachweisen, dass Sie alleine leben, mit handelsüblichen Telefongeräten keinen Notruf absetzen können und dass eine lebensbedrohliche Verschlechterung Ihres Zustands jederzeit möglich ist.

Pflegehilfsmittel